Dienstag, 24. April 2018

Das Gefühl von Sommerblau - Hannah Tunnicliffe

Trifft leider überhaupt nicht meinen Geschmack.

 

Von Hannah Tunnicliffe stammt der Roman "Das Gefühl von Sommerblau", dieser erscheint im Diana Verlag.


Max lädt zu seinem 40. Geburtstag seine Freunde in seinem Haus in der Bretagne ein. Er will das Wochenende durchfeiern und seinen Spaß haben. Außerdem möchte er sein Geheimnis verraten.
Juliette geht voller Leidenschaft für das Kochen und Backen in ihrem angesagten Restaurant in Paris auf. Sie gibt es auf, weil ihre Eltern aus Pflegegründen ihre Hilfe benötigen und kehrt in die Bretagne zurück. Max benötigt eine Köchin für seinen Geburtstag. Beide ahnen beide nicht, was das Schicksal an diesem Wochenende für sie bereithält.



Der Roman beginnt ganz verheißungsvoll. Juliette reist nach einem Anruf ihres Vaters von Paris aus in ihre Heimat nach Douarnenez. Dort erfährt sie von der Pflegebedürftigkeit ihrer Mutter.

Ohne weiter auf Juliette einzugehen, stellt die Autorin nun den britischen Musiker Max in den Handlungsmittelpunkt. Er lädt seine engsten Freunde zur Feier seines 40. Geburtstags ein und Juliette ist für die kulinarischen Dinge zuständig. Auch sie nimmt an der Feier teil. 
Die zahlreichen Gäste feiern ausgelassen, es wird viel geredet und es gibt auch Streitthemen. Dabei wird deutlich, dass Max immer noch Helen liebt, die mit ihrer jungen Halbschwester Soleil angereist ist.

Das Buch teilt sich in Abschnitte, die mal aus Max und mal aus Juliettes Perspektive erzählt werden.  Dadurch erfährt man ihre Gedanken und Wünsche und wird über ihr Gefühlsleben informiert.

Die Gespräche auf der Feier drehen sich um vergangene Zeiten, aber auch über die bestehenden Beziehungen aller Personen und die Aufgaben und Träume ihres Lebens. Was erhofft man sich mit 40, was bringt die Zukunft für Änderungen im Leben mit sich? Es sind Gedanken, die in diesem Lebensalter viele Menschen haben. 
Im Großen und Ganzen passen auf dieser Feier alle Personen gut zueinander. 


Zu Beginn war ich sehr angetan von der bildhaften Sprache und den Roman kann man auch gut und flüssig lesen. Aber es gibt einige Dinge, die mich sehr gestört haben. 
Aufgrund des Klapptextes hatte ich einen Liebesroman erwartet, bekommen habe ich einen Gegenwartsroman mit zahlreichen Charakterstudien, belanglosen Unterhaltungen, vielen bildreichen Beschreibungen von Kleidung, Essen und Figuren, die mir mit Ausnahme von Juliette nicht wirklich sympathisch wurden. Leider werden von den Personen häufig Fäkalausdrücke benutzt, was ich nicht leiden kann.

Dieses Buch trifft bedauerlicherweise überhaupt nicht meinen Geschmack. Die Geschichte packte mich nicht. Es geht um die Charakterzüge der einzelnen Personen, von ihren Vorzügen und Schwächen und um wer mit wem und warum. Um es mit einem Wort zu sagen, der Roman ist recht oberflächlich. Es fehlte mir Spannung und echte Handlung und die Figuren berührten mich nicht.

Das ist schade, denn der Schreibstil und auch die einzelnen Figuren hätten genügend Potential für eine tiefergehende Geschichte gehabt. Mir ist bei vielen nebensächlichen Szenen einfach nicht deutlich geworden, was damit ausgedrückt werden sollte. 

 
Dieses Buch hat bei mir völlig andere Erwartungen geweckt. Ich rechnete mit einem stimmungsvollen Liebesroman am Meer, bekommen habe ich eine handlungsarme Charakterstudie ohne tieferen Sinn. Echt schade! 


***Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich beim Bloggerportal und dem Diana Verlag.*** 




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Montag, 23. April 2018

Montagsfrage # 74




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Immer wieder am Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. 

 

Gibt es Bücher, die du gerne verfilmt sehen würdest oder ist das nicht so dein Fall?



Da gibt es einige Bücher, denn es ist schon sehr interessant, wie manche Filme die Vorlagen dann auch wirklich umsetzen. Wenn man z. B. an "Herr der Ringe" denkt, dann habe echten Respekt davor wie Peter Jackson dieses Epos auf die Leinwand gebracht hat. Lange Zeit habe ich mir den Medicus von Noah Gordon als Verfilmung gewünscht. Dieser Wunsch wurde 2013 dank dem Regisseur Philipp Stölzl wahr. Auch wenn hier aufgrund der Länge des Buches einige Buchszenen natürlich wegfallen mussten, mochte ich dieses bunte Spektakel an filmischer Darstellung sehr. 
Ebenfalls schon wunderbar verfilmt wurden die Krimis um Kluftinger, Eberhofer und Wallander. Und auch die Millenium-Reihe hatte ich mir nach dem Lesen sehr als Film gewünscht. 

Was könnte also noch alles verfilmt werden? Ich könnte hier nun noch einige Romane aus der Unterhaltungsliteratur aufzählen, beispielhaft nenne ich mal von Franka Bloom "Mitte 40, fertig, los"

Aber als Krimifan könnte ich mir das Buch "Eiskalter Hund" von Oliver Kern gut als Film vorstellen. Der Lebensmittelkontrolleur hätte genügend Potential für eine interessante Darstellung seines Charakters und die Handlung hätte viel Humor, um auch unterhaltsam zu sein. Da würde z. B. als Schauspieler Dietmar Bär sehr gut passen. 
Wobei ich noch anmerken möchte, dass es gerade die Schauspieler sind, mit denen eine Verfilmung steht oder fällt. Der Charakter muss schon stimmig zum Buchvorbild passen.

                          

Welche Bücher schweben euch als Film vor?


 

Samstag, 21. April 2018

Vier Pfoten am Strand - Petra Schier



Eine Dreiecksbeziehung der besonderen Art 


Im Roman "Vier Pfoten am Strand" aus dem MIRA Taschenbuch Verlag erzählt Petra Schier eine weitere Geschichte mit Hund.


Ben Brungsdahl ist als berühmter Künstler für Skulpturen schon weit durch die ganze Welt gereist, eine künstlerische Auszeit führt ihn an die Nordseeküste ins ruhige Lichterhaven. Er nimmt einen jungen Hund bei sich auf, allerdings hat die Bulldogge Boss schon einiges mitgemacht und muss sich erst mal an Ben gewöhnen und ihn als Herrchen akzeptieren. Wie gut, dass in der Nähe eine Hundeschule ist. Die Tiertrainerin Christina gibt Ben gute Tipps für den täglichen Umgang mit Boss und schon bald freunden sich die drei immer mehr an. 


Petra Schier entführt ihre Leser nach Körbchen mit Meerblick erneut nach Lichterhaven.
Ihre zauberhafte Liebesgeschichte entwickelt sich selbstverständlich nicht ohne einige Hürden und Missverständnisse, das wäre einfach zu glatt und langweilig. Man erlebt als Leser die Schmetterlingsgefühle der sympathischen Protagonisten hautnah mit und natürlich spielt Boss, wie sein Name schon vermuten lässt, eine nicht gerade nebensächliche Rolle. Er ist der Dritte im Bunde und dank seiner Bemerkungen zu allen Aktionen eigentlich der heimliche Star. Das lockert den Roman nicht nur humorvoll auf, sondern schließt sozusagen den Kreis um die Dreiergruppe. Gemeinsam genießt man ihre Strandspaziergänge am Meer, das Alltagsleben mit einem immer hungrigen Hund und die Übungen in der Hundeschule.

Überhaupt schafft Petra Schier eine sehr authentische Atmosphäre, lässt mit unerwarteten familiären Ereignissen und auch Sorgen, sowie Bens beruflichen Schaffensphasen eine unterhaltsame Geschichte entstehen, der man sich nicht entziehen kann. Einige Nebenfiguren tauchen natürlich auch auf, da sind Lars und Luisa, die Familie, insbesondere die Großeltern von Christina und einige andere Figuren. Sie alle sorgen für mit ihrem Verhalten für Unterhaltung und allgemeine Spannungsmomente. 

Vom Schreibstil her erwartet den Leser eine locker-flockige Erzählung, die natürlich hauptsächlich die Dreierbande fokussiert. Man darf sich auf Bens künstlerische Ader freuen, egal, ob aus Marmor gemeißelt oder mit dem simplen Draht einer Büroklammer.
Aber auch die Erziehungstipps von Hundeflüsterin Christina sind lesenswert, wer einen Hund hat, wird hier manches wissen. Aber aus Hundesicht gesehen, macht es noch mal so viel Spaß. 


Dieser Roman ist eine frische, leicht beschwingte und auch romantische Lektüre für den Sommerurlaub oder einfach nur zum Abschalten. Auch wenn das Ende nicht gerade die große Überraschung wird, sorgt diese Geschichte für schöne Lesestunden. 





***Vielen Dank an den MIRA Taschenbuch Verlag für dieses Reziexemplar!*** 





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Der Garten der Düfte - Kirsty Manning

Von diesem Roman hatte ich mir mehr versprochen.


Der Originalroman "The Midsummer Garden" der Australierin Kirsty Mannings Roman erschien bereits 2017. Die deutsche Übersetzung durch Sonja Rebernik-Heidegger "Der Garten der Düfte" erscheint 2018 im Knaur Verlag.
Die Vorankündigung verspricht einen Wohlfühl-Roman für alle Sinne. 

Die zwei Frauen in diesem Roman trennen rund 500 Jahre und gleichzeitig verbindet sie ihre Leidenschaft für das Kochen und für die Kombination der unterschiedlichsten Zutaten.
Pip Arnet ist Meeresbiologin und lebt in Tasmanien, sie steht kurz vor ihrer Doktorarbeit über Muscheln und möchte sich nicht gerne festlegen, das gilt vor allem für ihren Freund Jack. In einen Kupferkessel, ein Verlobungsgeschenk ihrer Eltern, entdeckt sie das mittelalterliche Rezepte-Büchlein einer gewissen Artemisia.
Artemisia ist Köchin an einem französischen Hof im Jahr 1487. Sie verstand es ausgezeichnet, mit Kräutern und besonderen Zutaten außergewöhnliche Gerichte zu kreieren.
Pip versucht auf ihrer Reise durch Europa dieser Artemisia näher zu kommen und etwas über sie in Erfahrung zu bringen. Dabei lernt sie aber auch sich selbst besser kennen... 



Dieser Roman wurde als Wohlfühlroman für alle Sinne umworben, ich habe mich auf eine schöne kulinarische Lektüre gefreut und diese mit Einschränkungen auch erhalten. 


Man taucht abwechselnd in Pips und Artemisias Leben ein, erfährt etwas von ihren Lebensumständen und ihren Möglichkeiten. Während Pip ihr Leben so ausrichten kann, wie sie es selbst bestimmt, bleibt Artemisia nur die Stelle am Hof als Köchin. Sie ist als Dienstbotin der Willkür des Abtes unterworfen und hat darunter sehr zu leiden. Als sie sich in den jungen Andreas verliebt, ist auch das dem Abt ein Dorn im Auge. Den Hof regiert ein weltlicher Herrscher und für dessen Hochzeit plant und führt Artemisia ein oppulentes Hochzeitsmahl mit mittelalterlichem Prunk.


Mir hat der Einblick ins Mittelalter mit Artemisia sehr gut gefallen. Ihr Leben wird nur über einen kurzen Zeitraum beschrieben und ich habe mit ihr gelitten, wenn sie gepeinigt, gedemütigt sowie misshandelt wurde und ich habe mit ihr Hoffnung geschöpft, als sie sich in Andreas verliebt und mit ihm einen Briefwechsel beginnt. Ihre kulinarischen Köstlichkeiten sind wahre Kunstwerke und sie hat ein großes Wissen über Kräuter, Gewürze und Lebensmittelkunde. Auch ihre Zeitgenossen sind interessant zu beobachten, man kann sich das Leben am Hofe gut vorstellen, besonders die armseligen Zustände des Gesindes. Von früh bis spät wurde gearbeitet, teilweise als Leibeigene und für einen Hungerlohn. 


Pip vertieft sich in die Rezepte von Artemisia, sie zieht durch Europa und lernt kochen in erlesenen Restaurants. Doch die Verbindung zu Artemisia reißt irgendwann ab. Sie haben nur das Kochen gemein. Hier verliert sich die Autorin in vielen Gerichten, Besonderheiten der Zutaten und der Zubereitung. Am Anfang konnte ich ihr noch begeistert folgen, doch irgendwann wurde es mir zuviel. Die etlichen Kräuter und Lebensmittel überforderten mich in ihrer Masse und Vielfalt und ich hätte stattdessen lieber nur einige Gerichte vom Hochzeitsbankett in Rezeptform erhalten. Außerdem wurde in Artemisias Küche Würfelzucker verwendet, eine Erfindung, die ein Franzose erst 1875 auf dem Markt brachte. Solche Fehler sind bei guter Recherche unnötig. 


Endlich nähert sich Pip dem Château, in dem Artemisia gelebt hat und ich hoffte auf eine besondere Auflösung oder Verbindung. Das konnte mir die Autorin nicht bieten, es entwickelte sich nicht in dem Maße, wie ich es mir erhofft habe. Ein weiterer Teil der Handlung, in dem es um Pips Schwester Meg geht, konnte mich ebenfalls nicht überzeugen.  

Die Verbindung der beiden Frauen blieb für mich ohne eine wichtige Aussage. Pip war mir auch nicht so sympathisch wie Artemisia. Bis zum Ende habe ich auf den entscheidenden Punkt, die wichtige Schnittstelle gehofft, womit sich beide Figuren verbinden. Ich habe den Brautstrauß als solches für mich angenommen. 

Schreibtechnisch kann man der Autorin nichts vormachen. Sie beherrscht ihr Handwerk, es liegt allein an der fehlenden Schnittstelle der beiden Figuren, das mich dieser Roman nicht begeistern konnte.


Dieser Roman besticht durch die kulinarischen Gerichte vor etwa 500 Jahren an einem französischen Hof. Die Suche der neuzeitlichen Figur Pipa geht ihre eigenen Wege, sie entwickelt sich und kommt dennoch der historischen Figur nicht richtig nahe. 


Ein sehr ausführlicher Roman, von dem ich mir mehr versprochen habe. 


 ***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!*** 




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Freitag, 20. April 2018

Freitags-Füller # 85







    

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Anrufbeantworter finde ich nervig und nur bei amtlichen Gesprächen spreche ich auf etwas darauf, ansonsten zeigen sie mir doch nur die Abwesenheit des Teilnehmers.

 

2. Der beste Erdbeerkuchen ist für mich einfach Erdbeeren in saftiger Frische pur oder mit ein wenig Milch oder Sahne.

 

3Es ist noch ein Weihnachtsmann von Lindt übrig.

 

4. Wenn ich jetzt draußen bin, genieße ich es, wie alles wieder grün austreibt und ich freue mich an den  Blüten der Magnolien und Apfelbäume und bunten Blumen.

 

5. Ich benötige reichlich Zeit wenn ich einen bestimmten Arzttermin machen muss, denn dann hänge ich meistens länger in der Warteschleife.

 

6. In unserem Land  als Sozialstaat sollte das Betteln verboten werden, das wird übrigens in Norwegen schon praktiziert. Das organisierte Bettlertum wäre damit hinfällig.


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine sangesfreudige Chorprobe, morgen habe ich den Einkauf, etwas Lesen und den Besuch einer Freundin geplant und Sonntag möchte ich nach dem Singen bei einer Konfirmation lesen und eine kleine Radtour machen.


Welche Pläne habt ihr für die nächsten Tage? 

Liebe Grüße und schönes sonniges Wochenende! 

Donnerstag, 19. April 2018

Eiskalter Hund - Oliver Kern

Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.

Ein gelungener Auftakt der Fellinger-Reihe 

 

"Eiskalter Hund" ist der erste Fall für Berti Fellinger von Oliver Kern. Der Krimi erscheint neben der Printversion im Heyne Verlag auch als Hörbuch bei Random House Audio. Dieses Hörbuch umfasst 5 CDs mit einer Spieldauer von 6 Stunden und 19 Minuten. Es ist die b ungekürzte Fassung, die von Michael Schwarzmaier gelesen wird. 

Fellinger ist eine echte Type, er wäre lieber Polizist geworden, als Lebensmittelkontrolleur geht er aber auch wichtigen Dingen auf die Spur und das mit reichlich Sarkasmus und Humor. Ein anonymer Anrufer bringt Fellinger zur Kontrolle des ortsansässigen Chinesischen Restaurants, dort wird eine übel aussehende schwarze Soße serviert und im Kühlraum hängt ein toter Hund, angeblich für den Besuch aus China. Er findet heraus, dass die Halterin des Hundes vermisst wird. Fellingers Ermittlungsneugier ist geweckt, er geht der Sache nach.



"...dass hier in der Gegend immer ein leichter Hauch von Jauche in der Luft hängt. ...Mit geschlossenen Augen sauge ich die niederbayrische Frische in mich hinein. Es ist nicht der Lavendelduft der Provence..., aber es ist Heimat..."Zitat Seite 137

Berti Fellinger ist schon ein ganz besonderer Charakter, ein Grantler wie er im Buche steht. Sein kaputtes Knie verhinderte seine Karriere als Polizist, nun jagt er als Hygieneinspektor die Bakterien und Keime in Restaurants. Dabei spürt er es zwischen den Schultern, wenn ein Verbrechen in der Luft liegt. Fellinger bezeichnet sich selbst als tolerant gegenüber anderen Volksgruppen und liefert andauernd Gegenbeispiele,so hat er ein besonderes Auge auf Chinesen, Russen und Tschechen und mit Preußen kann er auch nicht viel anfangen. Sein Verhalten und seine Ansichten sind so überzeichnet und offensichtlich anders, dass es für den Leser eine wahre Freude ist. Aber Fellinger erkennt auch Fehler im Verhalten seiner eigenen Landsleute, die er ihnen aber gerne verzeiht.


"Dieser Vorfall zeigt, dass der Niederbayer aufgrund seiner infantilen Reaktion auf vermeintliche Nichtigkeiten durchaus noch zu den Naturvölkern gezählt werden darf." Zitat S. 195

Auch wenn man hier nicht unbedingt eine hochspannende Krimihandlung erleben kann, kommt dafür der Spaßfaktor voll zum Zuge. Es ist sehr lebendig zu beobachten, wie Fellinger hier den Ermittler spielt und dabei auch einiges einstecken muss. Mit reichlich Lokalkolorit und einigen Brocken Dialekt kommt man dem Bayrischen Wald näher, Verständnisprobleme muss man nicht befürchten,  ein kleines Glossar gibt Übersetzungshilfe am Ende des Buches.


Neben Fellinger gefallen mir auch die anderen teilweise recht schrägen Figuren im Buch sehr gut. Zum Beispiel Max Aschenbrenner, auch besser bekannt als Texmäx, weil er vor Jahren im Rausch ein Kettensägenmassaker angerichtet hat. Oder der Chinese Luang, für den das "R" unaussprechlich ist und deshalb häufig Wörter mit "L" benutzt. Man findet hier immer wieder Charaktere, die für jede Menge Unterhaltung sorgen und kann gespannt mitraten, wer wohl hinter allem steckt. 

Der Schreibstil von Oliver Kern sorgt für ein flüssiges Dahingleiten durch das Buch, die kurzen Kapitel mit treffenden Überschriften sorgen für zusätzlichen Lesesog. 
Kern trifft mit seinen Beschreibungen die menschlichen Besonderheiten zwar etwas überspitzt, aber herrlich humorig. Wie er seinen Fellinger arbeiten, ermitteln und leben lässt, ist einfach eine Freude. Und das kann der Sprecher Michael Schwarzmaier wunderbar herausarbeiten. Seine Stimme ist sehr gut geeignet zum Zuhören und er bringt die Facetten der Figuren hervorragend und feinfühlig zum Ausdruck.


"Eiskalter Hund" konnte mich auch als Hörbuch noch einmal wunderbar unterhalten und ich freue mich auf weitere Fälle mit Fellinger. Er könnte ein entfernter Verwandter vom Eberhofer Franz sein, das müsste man mal recherchieren! Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.

***Herzlichen Dank für dieses Hörbuch Reziexemplar von Random House Audio, ich hatte großen Spaß damit!***



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Strandkorbträume - Gabriella Engelmann

Inselfeeling, dieses Buch und den Strand der Nordsee, mehr braucht man nicht zum Glücklichsein.


Ein Wohlfühlroman mit Syltflair

Der Roman "Strandkorbträume" von Gabriella Engelmann ist der vierte Teil der Reihe um das Büchernest in Keitum. Die Reihe erscheint im Knaur Verlag.


Es geht wieder nach Sylt, das Büchernest-Team braucht dringend Verstärkung, weil Buchhändlerin Larissa wegen ihrer Schwangerschaft das Bett hüten muss. Als Sophie, die mittlerweile in Wien lebt, davon erfährt, stellt sie ihre Beziehung zu David in Frage und beschliesst, den Freundinnen zu helfen und wieder nach Sylt zu ziehen. Vielleicht bringt dieser Sommer ihr neues Lebensglück und den Freundinnen weitere schöne Erlebnisse.   


Nach dem dritten Band der Reihe "Wintersonnenglanz" geht es nun weiter mit einem Urlaubsroman voller Nordseeflair auf der Ferieninsel Sylt. Es gibt ein Wiedersehen mit den Freundinnen vom Büchernest, einem niedlichen Buchladen und es steht sogar eine Hochzeit ins Haus: Tante Bea heiratet ihren Adalbert.

Auch dieses Buch liest sich wieder sehr leicht und locker, auch wenn dunkle Wolken am Horizont das Ende des Buchladens verkünden. Die Freundinnen lassen sich jedoch nicht entmutigen, sie überlegen neue Konzepte und suchen im hart umkämpften Immobilienmarkt einen geeigneten Laden. Leider ist das eine Frage des Preises und deswegen finden sich nicht gerade viele Objekte zur Auswahl.

Für Sophie bedeutet der Umzug nach Sylt einen Schlussstrich unter ihre Beziehung zu David zu ziehen. Längst schon hat sie in Wien gemerkt, dass ihre Wege nicht übereinstimmen.
Auf ihre Arbeit im Buchladen "Bücherstube" freut sie sich sehr und kann es kaum abwarten, ihre Freundinnen wiederzusehen.  

Dieser Roman lässt den Leser stimmungsvoll mitreisen zu den authentischen Schauplätzen Sylts, die im Buch immer wieder auftauchen. Man kann sich damit sofort in die nötige Stimmung für einen Sommerurlaub auf der schönen Nordseeinsel versetzen. Ortskundige werden Bekanntes wiedererkennen.

Gabriella Engelmanns Schreibstil lässt sich locker und leicht lesen, die kurzen Kapitel werden aus verschiedener Sicht der Protagonistinnen erzählt und so kann man gut alles genau miterleben.
Die Charaktere sind vielfältig angelegt, es gibt lustige, traurige und auch ernste Szenen, bei denen man sich wie in einer Familie beteiligt fühlt.
Ein wenig Platt sorgt für das nötige Friesenflair und die Ideen in und um den Buchladen verlocken jeden Bücherwurm. Man würde dort selbst gern einkaufen, einen Tee trinken und die verschiedenen Vorträge oder Lesungen besuchen. Es ist ein Roman zu Wohlfühlen und das Syltflair hat mich sofort begeistert und an eigene Aufenthalte erinnert. Geschickt baut die Autorin die Problematik des schwierigen Immobilienmarktes auf Sylt ein und das verleiht dem Ganzen einen realistischen Anstrich.

Die Geschichte will locker unterhalten und plätschert daher manchmal etwas vor sich hin. Es ist genau die richtige Lektüre für den Strandkorb. 


Dies ist ein Wohlfühlroman für schöne und entspannte Lesestunden, der Lust auf einen Urlaub auf Sylt macht. Das Inselflair ist sehr authentisch und wer schon einmal dort war, wird viele Schauplätze wiedererkennen.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!***




[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG] Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.


Bücher der Autorin: